Schnelle Vertrauensnähe
Mittel
Kontaktaufbau
Eine fremde Person wirkt nach wenigen Nachrichten sehr vertraut, nennt das Kind besonders reif, einzigartig oder anders als alle anderen. Das kann ein Versuch sein, Nähe schneller aufzubauen als gesund ist.
Was tun?
Nicht sofort verbieten, sondern gemeinsam einordnen: Wer ist die Person? Woher kennt ihr euch? Warum entsteht so schnell Nähe? Privatsphäre prüfen und Kontakt zunächst begrenzen.
Geheimhaltung wird verlangt
Hoch
Druck & Kontrolle
Sätze wie „Erzähl das niemandem“, „Deine Eltern verstehen das nicht“ oder „Das bleibt unser Geheimnis“ sind klare Warnzeichen. Geheimnisse werden genutzt, um Kinder zu isolieren.
Was tun?
Kind entlasten: „Du bekommst keinen Ärger.“ Chat sichern, Kontakt stoppen und bei konkreter Gefahr Fachberatung oder Polizei einschalten.
Geschenke, Coins, Skins oder Gutscheine
Mittel
Manipulation
Geschenke können harmlos wirken, werden aber manchmal genutzt, um ein Kind abhängig zu machen oder später Gegenleistungen einzufordern.
Was tun?
Geschenk nicht als Schuld des Kindes behandeln. Gemeinsam prüfen: Wer schenkt? Warum? Gab es danach Forderungen? Plattformregeln und Zahlungswege kontrollieren.
Wechsel in privaten Chat
Mittel
Plattformwechsel
Nach kurzer Zeit soll das Gespräch von einem Spiel, einer öffentlichen Kommentarspalte oder einem Gruppenchat in einen privaten Messenger wechseln.
Was tun?
Erklären, dass private Räume weniger Schutz bieten. Keine privaten Kontaktdaten herausgeben. Bei ungutem Gefühl blockieren und melden.
Fragen nach Wohnort, Schule oder Tagesablauf
Mittel
Datenschutz
Fremde fragen scheinbar nebenbei nach Schule, Verein, Haltestelle, Wohnort, Uhrzeiten oder wann Eltern nicht da sind.
Was tun?
Datensparsamkeit üben: keine Schule, kein Wohnort, keine Routinen. Bereits geteilte Infos dokumentieren und Privatsphäre-Einstellungen prüfen.
Übertriebene Komplimente mit Erwartung
Mittel
Manipulation
Komplimente kippen in Druck: „Wenn du mich magst, zeigst du mir mehr“ oder „Ich dachte, du vertraust mir“.
Was tun?
Grenzen benennen: Vertrauen heißt nicht, Dinge zu tun, die sich falsch anfühlen. Kind stärken, Gespräch sichern, Kontakt begrenzen.
Bitte um private Bilder
Hoch
Bildanforderung
Eine Person bittet um Bilder, zunächst vielleicht harmlos: Outfit, Schlafanzug, Bauch, Bad, Bett, Zimmer oder „nur für mich“.
Was tun?
Sofort ernst nehmen. Keine weiteren Bilder senden. Vorhandene Chatstellen sichern, nicht weiterleiten, melden, blockieren und Hilfe holen.
Alleiniger Videochat oder Kamera-Druck
Hoch
Kamera & Live
Das Kind soll allein vor die Kamera, etwas zeigen, sich drehen, das Zimmer zeigen oder ohne Eltern/andere Personen live gehen.
Was tun?
Kamera aus, Kontakt stoppen, Kind beruhigen. Wenn Druck oder Drohungen bestehen: Beweise sichern und externe Hilfe einschalten.
Treffen ohne Erwachsene
Hoch
Offline-Gefahr
Eine Online-Bekanntschaft will sich heimlich treffen, bietet Abholung an oder sagt, Erwachsene sollen nichts wissen.
Was tun?
Akute Gefahr. Nicht abwarten. Kind begleiten, Treffpunkt dokumentieren, Kontakt sichern und bei konkretem Termin Polizei kontaktieren.
Erpressung mit Bildern oder Chatverläufen
Hoch
Sextortion
Die Person droht, Bilder, Videos oder Chats zu veröffentlichen, wenn das Kind nicht weiter antwortet, bezahlt oder weitere Inhalte sendet.
Was tun?
Nicht zahlen, nicht weiter senden, nicht allein bleiben. Beweise sichern, Profil melden, Fachberatung/Polizei einschalten. Kind ausdrücklich von Schuld entlasten.
Schuldumkehr
Hoch
Druck & Kontrolle
Die Person sagt: „Du wolltest das doch“, „Du bist schuld“, „Du machst mein Leben kaputt“ oder „Wegen dir passiert jetzt etwas“.
Was tun?
Das ist Manipulation. Kind entlasten, klare Grenze setzen, Kontakt stoppen und Hilfe holen. Keine Diskussion mit der Person führen.
Kind wirkt plötzlich ängstlich nach Handy-Nutzung
Mittel
Verhalten
Nachrichten lösen Stress aus: das Kind erschrickt, versteckt das Handy, wird still, weint, schläft schlecht oder reagiert gereizt.
Was tun?
Ruhig nachfragen: „Hat dir jemand geschrieben, der dir Angst macht?“ Kein Handy entreißen, sondern Sicherheit und Vertrauen herstellen.
Neue geheime Accounts
Mittel
Verhalten
Ein Kind nutzt plötzlich Zweitaccounts, löscht App-Verläufe oder wechselt Profile, weil dort jemand „besser zuhört“.
Was tun?
Nicht sofort bestrafen. Gründe verstehen, Sicherheitscheck machen, Passwörter ändern, Privatsphäre erhöhen und Meldewege erklären.
Schlafmangel durch Chatdruck
Mittel
Alltag
Nachrichten kommen spät nachts oder früh morgens. Das Kind fühlt sich verpflichtet, sofort zu antworten.
Was tun?
Nachtmodus, Ruhezeiten und Ladeplatz außerhalb des Zimmers vereinbaren. Druck aus Chats ernst nehmen und prüfen.
Löschaufforderung
Hoch
Beweise
Die Person verlangt, Nachrichten, Bilder, Profilnamen oder Chatverläufe sofort zu löschen.
Was tun?
Vor dem Blockieren relevante Informationen sichern. Nicht weiterleiten, nicht veröffentlichen. Bei illegalen Inhalten Fachstelle/Polizei fragen.
„Du bist reifer als andere“
Mittel
Manipulation
Erwachsene oder ältere Jugendliche nutzen Reife-Komplimente, um Grenzen zu verschieben und Verantwortung auf das Kind zu legen.
Was tun?
Dem Kind erklären: Reif sein bedeutet nicht, Geheimnisse oder Druck auszuhalten. Kontakt kritisch prüfen.
Alterslüge oder unklare Identität
Hoch
Identität
Die Person gibt widersprüchliche Angaben zum Alter, nutzt alte Fotos, keine Live-Bestätigung oder mehrere Profile.
Was tun?
Keine privaten Infos teilen. Profil melden, Kontakt nur in sicheren öffentlichen Kontexten, bei Druck blockieren.
Rollenspiel, Mutprobe oder Challenge mit Druck
Hoch
Druck & Kontrolle
Aus einem Spiel wird eine Mutprobe. Das Kind soll etwas machen, das peinlich, geheim oder grenzüberschreitend ist.
Was tun?
Kind bestärken: Nein sagen ist richtig. Chat sichern und Plattform melden. Bei Drohungen sofort Hilfe holen.
Geldforderung oder Gutscheincodes
Hoch
Erpressung & Betrug
Es werden Paysafe-, Steam-, App-Store-Codes, PayPal-Geld oder Überweisungen verlangt, oft verbunden mit Drohungen.
Was tun?
Nicht zahlen. Zahlungswege sichern, Chat dokumentieren, Eltern/Fachstelle/Polizei einbeziehen.
Kontakt isoliert von Familie oder Freunden
Hoch
Kontrolle
Die Person redet Eltern schlecht, macht Freunde eifersüchtig oder behauptet, nur sie verstehe das Kind wirklich.
Was tun?
Isolation ist ein Warnsignal. Netzwerk stärken: eine vertraute erwachsene Person, Freundschaft, Schule oder Beratung einbeziehen.
Ständiges Nachfassen nach Blockieren
Hoch
Grenzüberschreitung
Nach Blockierung tauchen neue Profile, neue Nummern oder Freunde der Person auf, die Druck machen.
Was tun?
Alle neuen Kontakte dokumentieren und blockieren. Plattform melden. Bei anhaltender Belästigung Anzeige/Fachberatung prüfen.
Sprachnachrichten sollen geheim bleiben
Mittel
Geheimhaltung
Die Person nutzt Sprachnachrichten, verschwindende Nachrichten oder Anrufe, damit weniger Beweise bleiben.
Was tun?
Wichtiges notieren: Datum, Uhrzeit, Profil, Inhalt. Wo möglich sichere Screenshots machen und Hilfe holen.
Drohung mit KI-Bildern oder Fake-Profilen
Hoch
Digitale Gewalt
Die Person droht mit manipulierten Bildern, Fake-Accounts oder angeblichen Veröffentlichungen, um Kontrolle zu gewinnen.
Was tun?
Nicht auf Forderungen eingehen. Beweise sichern, Plattform melden, vertraute Erwachsene und Beratungsstelle einbeziehen.
„Nur ein Bild, dann lasse ich dich in Ruhe“
Hoch
Bildanforderung
Die Forderung wird als letzter kleiner Schritt dargestellt. Häufig wird danach weiter Druck aufgebaut.
Was tun?
Keine weiteren Inhalte senden. Kind beruhigen: Nachgeben beendet Erpressung selten. Beweise sichern und Hilfe holen.
Falsche Hilfsbereitschaft
Mittel
Vertrauensaufbau
Eine Person bietet Trost bei Streit, Einsamkeit oder Problemen und nutzt diese Verletzlichkeit, um Nähe und Abhängigkeit aufzubauen.
Was tun?
Gefühle ernst nehmen und echte Hilfe anbieten. Prüfen, ob die Person Grenzen respektiert oder heimliche Nähe fordert.
Privatchat aus Gaming-Lobby
Mittel
Gaming
Nach einem Spiel möchte jemand in Discord, WhatsApp, Snapchat oder private Party-Chats wechseln.
Was tun?
Gaming-Regeln erklären: Fremde bleiben im Spielkontext, keine privaten Daten, keine Einzelchats mit Erwachsenen.
Machtposition in Community oder Moderation
Hoch
Community
Eine Person nutzt Status als Mod, Creator, Clan-Leitung oder „Support“, um Gehorsam, Geheimnisse oder private Nähe einzufordern.
Was tun?
Machtpositionen dürfen nie Druck erzeugen. Screenshots sichern, Community-Leitung/Plattform melden, Kontakt stoppen.
Fake-Kind-Account
Mittel
Identität
Ein Profil wirkt wie ein Kind/Jugendlicher, stellt aber sehr gezielte Fragen oder drängt schnell auf private Inhalte.
Was tun?
Auch Gleichaltrige können riskant sein oder vorgetäuscht werden. Datensparsam bleiben und bei Druck melden.
Mehrere Profile drängen gleichzeitig
Hoch
Koordination
Nach einem Konflikt schreiben plötzlich mehrere Accounts, bestätigen die Geschichte oder erhöhen den Druck.
Was tun?
Nicht diskutieren. Alle Profile dokumentieren, blockieren, melden. Bei Drohungen externe Hilfe einschalten.
Adresse, Abholung oder Treffpunkt
Hoch
Offline-Gefahr
Die Person fragt nach genauer Adresse, Bushaltestelle, Schulweg oder bietet an, das Kind abzuholen.
Was tun?
Akute Schutzmaßnahme: Kind nicht allein lassen, Informationen sichern, Schule/Eltern/Polizei einbeziehen.
Angst vor Handyabgabe
Mittel
Verhalten
Das Kind wirkt panisch, wenn Eltern das Handy sehen wollen. Dahinter kann Scham, Erpressung oder Angst vor Strafe stehen.
Was tun?
Nicht mit Strafe starten. Erst sagen: „Du bist sicher. Wir lösen das zusammen.“ Dann gemeinsam Inhalte prüfen.
Grenzen werden nicht akzeptiert
Mittel
Grenztest
Ein Nein wird ignoriert, belächelt oder mit Liebesentzug, Wut oder Spott beantwortet.
Was tun?
Grenzen üben: Nein ist vollständig. Kontakt reduzieren, dokumentieren, blockieren, falls Druck bleibt.
Unpassende Andeutungen in scheinbar harmlosen Chats
Mittel
Sprache
Witze, Emojis oder Kommentare kippen langsam in eine Richtung, die dem Kind unangenehm ist.
Was tun?
Kind fragen: „Wie hast du dich dabei gefühlt?“ Bei Unwohlsein reicht das als Grund zum Stoppen.
Kind übernimmt fremde Sätze
Mittel
Verhalten
Das Kind sagt plötzlich: „Du kontrollierst mich“, „Du verstehst das nicht“ oder „Das ist mein Geheimnis“ in auffällig erwachsener Sprache.
Was tun?
Nicht als Trotz abtun. Ruhig fragen, wer diese Sätze benutzt hat und ob jemand Druck macht.
Profil ohne echte Historie
Niedrig
Identität
Kaum Beiträge, frisches Profil, generische Bilder oder viele Kinder/Jugendliche in der Kontaktliste können ein Hinweis sein.
Was tun?
Nicht jeder neue Account ist gefährlich, aber Vorsicht ist sinnvoll: keine privaten Daten, keine Bilder, keine privaten Chats.
Verschwindende Nachrichten werden aktiviert
Mittel
Beweise
Die Person schaltet automatische Löschung ein oder bittet um Apps mit selbstlöschenden Nachrichten.
Was tun?
Das kann Beweise verhindern. Wichtige Angaben notieren und sichere Screenshots machen, soweit rechtlich unproblematisch.
Druck über Freundschaft oder Liebe
Hoch
Manipulation
„Wenn du mich liebst, machst du das“ oder „Dann bist du keine echte Freundin“ verbindet Zuneigung mit Forderungen.
Was tun?
Liebe/Freundschaft darf nie Druck sein. Kind stärken, Kontakt stoppen, Chat sichern.
„Ich kenne Leute bei dir in der Nähe“
Hoch
Einschüchterung
Die Person behauptet, in der Nähe zu sein oder andere zu kennen, um Angst zu erzeugen.
Was tun?
Sicherheit prüfen, Standortdaten ausschalten, Beweise sichern. Bei konkreter Bedrohung 110.
Ungefragte Zusendung belastender Inhalte
Hoch
Belastende Inhalte
Dem Kind werden Gewalt, extreme Inhalte oder intime Darstellungen geschickt, um zu schocken, zu testen oder zu normalisieren.
Was tun?
Nicht weiterleiten. Kind beruhigen. Inhalt über Plattform/Beschwerdestelle melden und bei strafbaren Inhalten Polizei/Fachstelle fragen.
Aufforderung, Eltern zu belügen
Hoch
Geheimhaltung
Die Person gibt konkrete Ausreden vor oder sagt, wie das Kind Eltern täuschen soll.
Was tun?
Das ist ein klares Kontrollsignal. Kontakt stoppen, Chat sichern, mit dem Kind Sicherheitsplan machen.
Kontakt über Schul- oder Klassenchat
Mittel
Schule
Fremde oder ältere Jugendliche gelangen über Gruppeneinladungen, geteilte Links oder Kettennachrichten in den Klassenchat.
Was tun?
Gruppenregeln, Adminrechte und Einladungslinks prüfen. Schule/Elternvertretung informieren, wenn Unbekannte im Chat sind.
Druck, Standort oder Live-Standort zu teilen
Hoch
Datenschutz
Die Person bittet um Live-Standort, Snap Map, Standort im Profil oder Fotos, aus denen Orte erkennbar sind.
Was tun?
Standortfreigaben ausschalten, Bilder vor dem Posten prüfen, bereits geteilte Infos dokumentieren.
„Nur Spaß“ nach Grenzverletzung
Mittel
Normalisierung
Nach einem unangenehmen Kommentar wird alles als Spaß abgetan, damit das Kind nicht widerspricht.
Was tun?
Gefühl zählt. Wenn es unangenehm ist, darf es gestoppt werden. Wiederholungen dokumentieren.
Angebliche Model-, Musik- oder Creator-Chance
Mittel
Lockangebot
Jemand verspricht Reichweite, Geld, Karriere oder besondere Kontakte und fordert dafür private Bilder, Daten oder Geheimhaltung.
Was tun?
Seriöse Angebote laufen transparent über Erwachsene, Impressum und klare Verträge. Nichts privat senden.
Kind löscht Kontakte aus Angst vor Ärger
Mittel
Scham
Aus Angst vor Strafe löscht das Kind Hinweise oder schweigt, obwohl es Hilfe braucht.
Was tun?
Vorbeugen durch klare Zusage: Hilfe holen ist wichtiger als Regeln gebrochen zu haben.