Melde-Guide

Der Guide zeigt, wie du problematische Kontakte, Profile oder Inhalte strukturiert angehst: sichern, melden, blockieren, Hilfe holen.

Allgemeiner Meldeablauf

Für jeden Vorfall gilt: erst Sicherheit, dann Beweise, dann melden.

  1. Kind beruhigen und aus der Situation holen
  2. Profil, Nutzername, Link, Datum und Uhrzeit sichern
  3. Drohungen oder Forderungen separat sichern
  4. Kontakt nach Sicherung blockieren
  5. Plattform melden
  6. Bei akuter Gefahr oder Straftat Polizei/Fachberatung einbeziehen
Beweise:
Nur relevante Informationen sichern. Nichts öffentlich teilen und keine belastenden Inhalte weiterleiten.
Sicherheit:
Keine Selbstjustiz, keine Täterjagd, keine Gegenprovokation.

TikTok

Für unangenehme Kommentare, DMs, Lives oder Profile.

  1. Profil oder Kommentar öffnen
  2. Melden-Funktion nutzen
  3. Grund möglichst passend auswählen
  4. Profil zusätzlich blockieren
  5. Privatsphäre, Kommentare und Nachrichten einschränken
  6. Bei Drohung Screenshots/Links sichern
Beweise:
Nutzername, Profil-Link, Kommentar/DM, Datum und Uhrzeit sichern.
Sicherheit:
Im Live nicht öffentlich ausfragen. Betroffene auf private Hilfewege verweisen.

Instagram

Für Nachrichtenanfragen, Story-Reaktionen, Fake-Profile oder Bilddruck.

  1. Nachrichtenanfrage nicht annehmen, wenn sie riskant wirkt
  2. Chat/Profil sichern
  3. Melden und blockieren
  4. Story-Antworten und Markierungen begrenzen
  5. Followerliste prüfen
  6. Bei Erpressung Hilfe holen
Beweise:
Profilname, URL, Nachrichten, Drohungen und ggf. alte Namen sichern.
Sicherheit:
Keine weiteren Bilder senden und nicht zahlen.

WhatsApp

Für unbekannte Nummern, Klassenchats oder Druck in privaten Chats.

  1. Nummer/Profilbild/Info sichern
  2. Chat exportieren oder relevante Screenshots machen
  3. Nummer blockieren
  4. Gruppeneinstellungen prüfen
  5. Unbekannte aus Gruppen entfernen
  6. Bei strafbaren Inhalten nicht weiterleiten
Beweise:
Telefonnummer, Chatdatum und Gruppeninfos notieren.
Sicherheit:
Belastende Inhalte nicht in andere Gruppen senden.

Discord

Für Server, DMs, Voicechat, Rollenmissbrauch oder Clan-Druck.

  1. Server und Nutzer-ID sichern
  2. DMs von Servermitgliedern deaktivieren
  3. Nutzer melden und blockieren
  4. Serverleitung informieren, wenn sicher
  5. Einladungslinks prüfen
  6. Bei Drohung externe Hilfe einbeziehen
Beweise:
Nutzer-ID, Servername, Kanal, Rollen, Chatstellen und Uhrzeiten sichern.
Sicherheit:
Nicht allein in Voicechats mit unbekannten Erwachsenen bleiben.

Snapchat

Für verschwindende Nachrichten, Standortdruck oder Bildforderungen.

  1. Snap Map/Standort prüfen
  2. Profil und Nutzername sichern
  3. Chatstellen soweit möglich dokumentieren
  4. Melden und blockieren
  5. Freundesliste prüfen
  6. Privatsphäre einschränken
Beweise:
Zeitpunkt, Nutzername und Inhalt zeitnah notieren, da Inhalte verschwinden können.
Sicherheit:
Standortfreigaben sofort prüfen und ggf. deaktivieren.

YouTube

Für Kommentare, Kanal-Kontakt, Community-Posts oder Video-Kommentare.

  1. Kommentar/Kanal sichern
  2. Kommentar melden
  3. Nutzer ausblenden/blockieren
  4. Kommentare moderieren
  5. Links und Zeitstempel sichern
  6. Bei Drohung externe Hilfe holen
Beweise:
Kanal-URL, Kommentartext, Videolink und Zeitpunkt sichern.
Sicherheit:
Bei Minderjährigen Kommentare streng moderieren oder deaktivieren.

Gaming allgemein

Für Roblox, Fortnite, Minecraft, Konsolenchat und andere Spiele.

  1. Nutzername und Spiel/Server sichern
  2. Chat/Voicechat-Regeln prüfen
  3. Freundschaftsanfragen begrenzen
  4. Ingame-Meldung nutzen
  5. Private Server/Partys meiden
  6. Bei Druck Eltern/Fachstelle einschalten
Beweise:
Spielname, Nutzername, Server, Uhrzeit, Chat/Voice-Hinweise sichern.
Sicherheit:
Keine Codes, Fotos, Standortdaten oder private Messenger an Fremde geben.

Roblox

Für private Chats, Freundesanfragen und Ingame-Kontakte.

  1. Account-Sicherheit prüfen
  2. Chat-Einstellungen altersgerecht setzen
  3. Nutzer melden/blockieren
  4. Freundesliste prüfen
  5. Kauf-/PIN-Schutz aktivieren
  6. Elternbereich kontrollieren
Beweise:
Username, Profil, Spiel/Experience und Chatstellen sichern.
Sicherheit:
Kinder sollten keine externen Messenger über Roblox-Kontakte nutzen.

Telegram

Für anonyme Kontakte, Gruppen, Kanäle oder Weiterleitungen.

  1. Nutzer/Gruppe/Kanal sichern
  2. Telefonnummer-Sichtbarkeit prüfen
  3. Kontakt blockieren
  4. Gruppe/Kanal melden
  5. Keine Dateien öffnen
  6. Bei illegalen Inhalten Beschwerdestelle/Polizei prüfen
Beweise:
Username, Link, Gruppe/Kanal, Nachricht und Datum sichern.
Sicherheit:
Telegram-Gruppen können sehr schnell eskalieren; Kinder nicht allein lassen.

Twitch / Livechat

Für Live-Kommentare, Whispers oder Community-Kontakte.

  1. Whispers einschränken
  2. Chatfilter aktivieren
  3. Auffällige Nutzer bannen/melden
  4. Mod-Team briefen
  5. Keine Minderjährigen öffentlich ausfragen
  6. Hilfslinks bereithalten
Beweise:
Username, Chatlog, Clip/Zeitstempel sichern.
Sicherheit:
Moderation schützt, sie ersetzt keine Beratung/Polizei.

Facebook / Messenger

Für Fake-Profile, Gruppen und private Nachrichten.

  1. Profil prüfen und sichern
  2. Nachricht melden
  3. Nutzer blockieren
  4. Gruppenadmins informieren
  5. Privatsphäre und Freundesliste prüfen
  6. Bei Drohung Hilfe holen
Beweise:
Profil-URL, Nachrichten, Gruppenname und Zeitpunkte sichern.
Sicherheit:
Keine privaten Kinderbilder öffentlich im Profil lassen.

Schule / Klassenchat

Wenn Vorfälle über Mitschüler, Klassenchat oder Schulweg laufen.

  1. Kind beruhigen
  2. Beweise sichern, nicht weiterleiten
  3. Klassenleitung/Schulsozialarbeit informieren
  4. Elternkommunikation sachlich halten
  5. Gruppenregeln klären
  6. Bei Straftat Polizei/Fachstelle einbeziehen
Beweise:
Chatname, beteiligte Nummern/Accounts, Datum, Uhrzeit und konkrete Stellen sichern.
Sicherheit:
Kein öffentliches Bloßstellen von Kindern oder Familien.

Polizei / Anzeige

Wenn konkrete Gefahr, Drohung, Erpressung oder Straftat im Raum steht.

  1. Beweise geordnet bereithalten
  2. Nicht selbst ermitteln
  3. Bei akuter Gefahr 110 wählen
  4. Ansonsten Polizeidienststelle oder Onlinewache nutzen
  5. Kind begleiten
  6. Nach Vorgangsnummer fragen
Beweise:
Liste mit Profilen, Links, Screenshots, Zeiten und kurzen Notizen vorbereiten.
Sicherheit:
Bei Unsicherheit lieber beraten lassen als allein abwarten.

Internet-Beschwerdestelle / jugendschutz.net

Für problematische, illegale oder jugendgefährdende Online-Inhalte.

  1. URL des Inhalts sichern
  2. Meldeformular der Beschwerdestelle nutzen
  3. Beschreibung sachlich halten
  4. Keine Inhalte weiterverbreiten
  5. Rückmeldungen speichern
  6. Bei akutem Kinderschutz zusätzlich Polizei/Fachberatung prüfen
Beweise:
URL, Plattform, Screenshot des Fundorts und kurze Beschreibung helfen bei der Prüfung.
Sicherheit:
Beschwerdestellen sind kein Ersatz für Notruf bei unmittelbarer Gefahr.

Beratung für Jugendliche

Wenn ein junger Mensch nicht direkt mit Eltern/Schule sprechen kann.

  1. Vertrauensperson auswählen
  2. JUUUPORT, Nummer gegen Kummer oder bke prüfen
  3. Kurz beschreiben, was passiert ist
  4. Keine Scham: Hilfe holen ist richtig
  5. Bei Drohung nicht allein bleiben
  6. Bei Gefahr sofort Notruf/Polizei
Beweise:
Beratung braucht keine perfekte Beweismappe. Eine kurze Beschreibung reicht für den Anfang.
Sicherheit:
Wenn Gefahr akut ist, nicht auf Antwortzeiten warten.
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